Kiesvorkommen in Nord- und Ostsee
Welche Kiesvorkommen befinden sich in der Nordsee/Ostsee?
Nordsee:
Im deutschen Nordseesektor gibt es wenige Kiessandvorkommen. Folgende Bereiche können ausgewiesen werden:
- Borkum Riff: dieses Vorkommen scheidet als Abbaugebiet wegen seiner Lage innerhalb des Seeschifffahrtsweges für die Seekiesgewinnung aus.
- Helgoland: dieses Vorkommen scheidet ebenfalls als Abbaugebiet aus, da es u.a. als Laichplatz für besondere Fischarten ausgewiesen ist.
- Östlich der Untiefe Weiße Bank: Vorkommen zur Gewinnung von Kies und Sand aus dem Bewilligungsfeld „Weiße Bank“, in 2002 genehmigt.
- Westlich der Insel Sylt: Vorkommen zur Gewinnung von Kies und Sand aus dem Bewilligungsfeld „OAM III“, in 2004 genehmigt.
- Bereich zwischen den Bewilligungsfeldern „OAM III“ und „Weiße Bank“: Der Bereich „BSK“ wird derzeit exploriert.
- Delphin: Südlich von Helgoland gelegener Bereich, der von der Hansestadt Hamburg verwaltet wird und seinerzeit Entnahmestelle von Großmengen an Kiessand war, die im Rahmen der Erweiterung und Aufspülung des Airbus-Geländes ins Mühlenberger Loch (Unterelbe) verwendet wurden.
Ostsee:
Auch im deutschen Ostseesektor gibt es nur wenige Kiessandvorkommen, deren Abbau ökologisch vertretbar und wirtschaftlich sinnvoll wäre. Dazu zählen das nördlich des Darß befindliche Gebiet „Plantagenetgrund NW“ und das nordöstlich von Rügen in der deutschen Außenwirtschaftszone (AWZ) gelegene Gebiet „Adlergrund NO“. Beide Gebiete befinden sich allerdings nicht im Abbau.
Außerdeutsche Vorkommen:
- In Dänemark erfolgt die Gewinnung in der Nordsee ca. 100 sm nördlich von Esbjerg. Die weiter südlich liegenden Vorkommen sind praktisch erschöpft. Ausschließlich dänische Schiffe dürfen im dänischen Sektor baggern. Lizenzierte dänische Schiffe sind für Ausländer allerdings kaum zu erwerben. Aufgrund der geringeren Qualität ist das Material zudem nur bedingt als Zuschlagstoff verwendbar. Im Bereich der Ostsee erfolgt der Abbau auf dänischer Seite u.a. in unmittelbarer Nähe zur deutschen Lagerstätte „Adlergrund NO“. Darüber hinaus betreibt Polen ebenfalls seit vielen Jahren Seekiesgewinnung.
- Die Entnahme von Kies und Sand aus den großen Vorkommen an der englischen Ostküste bzw. in der Humbermündung, ist prinzipiell für Deutschland möglich. Aufgrund der Entfernung zu den deutschen Küstenhäfen ist die Entnahme aus ökologischen und wirtschaftlichen Gründen jedoch nicht für den deutschen Markt geeignet.
- Theoretisch steht auch Kiessand im belgisch-niederländischen Küstengewässer an, dagegen sprechen Transportentfernung und Qualität der Kiessande.
- Neben den Niederlanden verfügt auch Frankreich über größere Seekies und -sand vorkommen. Allein im Jahr 2006 wurden von beiden Ländern 57 Millionen to abgebaut (UEPG 2007). Die produzierten Mengen werden allerdings ausschließlich für die eigenen Märkte genutzt. [zurück]
