Welche Gewinnungstechnik wird eingesetzt?

Zum Baggern des Kiessandes wird aus ökologischen Gründen der Schleppsaugkopf anstelle des früher üblichen Stechkopfsaugers eingesetzt, da hierdurch das Entstehen von Trichtern ausgeschlossen wird. Der Schleppsaugkopf wird flächenhaft über die Gewässersohle geschleppt und nimmt das Baggergut mittels Druckwasser durch Saugkraft der Baggerpumpe auf.

Die Baggerpumpe ist auf dem Saugrohr oder mittschiffs installiert. Der Schleppkopf ist auf seiner Saugseite weiter mit einem Rost versehen, wodurch größere Steine mit einem Durchmesse > 120 mm am Grund verbleiben. Ebenso wird etwaig vorhandene Munition abgehalten.

Beladevorgang:

Bei der Beladung des Laderaumes wird aufgrund der Aufbereitungstechnik an Bord zwischen der Gewinnung von Kies und der Gewinnung von Kiessand unterschieden.

a) Kiesgewinnung:

Bei Einsatz eines selbstfahrenden Laderaumsaugbaggers wird das Material mittels Schleppkopf und Baggerpumpe auf 2 Siebtürme gefördert, wo Sand der Fraktion 0/2 vom Kies der Fraktion 2/X über ein Sieb getrennt wird. In den Laderaum gelangt überwiegend die Fraktion 2/X, das Unterkorn wird direkt unter dem Schiffsboden (ca. 5 bis 10 m unter Wasserspiegel) über ein Wehr in die See zurückgeleitet, um damit die Trübungsfahne bestmöglich zu minimieren.

b) Kiessandgewinnung:

Bei der Kiessandgewinnung dauert die Beladung ca. 1 bis 3 Stunden. Nach Füllen des Laderaums bis zum Überlaufwehr mit einem Sand-Wassergemisch von ca. 70 % Wasser und ca. 30 % Kiessand erfolgt die Weiterbeladung durch eine sog. Überlaufbaggerung. Der Überlauf wird kontinuierlich über das Überlaufwehr am Schiffsboden, ca. 5 bis 10 m unterhalb der Wasseroberfläche, in das Wasser zurückgeleitet. [zurück]