Eingriff und Ausgleich

Welche Auswirkungen auf die Meeresumwelt hat die Seekiesgewinnung und welche Ausgleichsmaßnahmen leistet die OAM-DEME?

Ebenso wie die landseitige Gewinnung mineralischer Rohstoffe ist auch der Abbau von Kies und Sand im Meer immer ein Eingriff in Natur und Landschaft. Deshalb sind wir bemüht, bei der Kies- und Sandentnahme durch den Einsatz modernster Technik und Geräte die Einwirkungen auf die Meeresumwelt so gering wie möglich zu halten. Die zahlreichen, unsere Genehmigungsverfahren begleitenden Untersuchungen (UVP, Monitoring etc.) zeigen, dass der Eingriff im Zuge der Seekiesgewinnung keinen dauerhaft negativen Einfluss auf die Flora und Fauna bzw. den Naturhaushalt hat.

Der Monitoring-Bericht über die Auswirkungen der Baggertätigkeit im Feld Weiße Bank belegt, dass sich das Gebiet hinsichtlich der Individuen- und Taxazahl innerhalb von drei Jahren nach dem Kiesabbau regeneriert hat. Unterschiede, die in der Substratzusammensetzung an der Gewässersohle festgestellt wurden, spiegeln sich in der Besiedlung durch Benthos und Fische nicht wider.

Darüber hinaus unterstützt OAM-DEME finanziell die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein zur Förderung des Naturschutzprojektes „Eiderstedter Wiesen“. Pro Kubikmeter Kies/Sand zahlen wir 0,10 €, das entspricht 3 % des Tonnenpreises für Rohkies.

Das Projektgebiet stellt die Halbinsel Eiderstedt dar, die in das Wattenmeer hineinragt. Dort wird ein Schutzgebiets- und Biotopverbundsystem entstehen. Die landwirtschaftlichen Flächen des Gebietes werden durch Weidegrünlandnutzung zur Bullen- und Ochsenmast genutzt und sind von einem dichten Netz an Gräben und Wasserläufen durchzogen, die oft zu Tränkekuhlen erweitert sind. Diese Nutzung macht das Gebiet wertvoll für Vogelarten offener, feuchter Landschaften und ist bedeutendes Rastgebiet für Arten wie Kiebitz, Goldregenpfeifer, Ringelgänse und Pfeifenten. Auch wurden im Gebiet große Amphibienbestände nachgewiesen.

Um das Gebiet sichern und eine extensive landwirtschaftliche Nutzung fortzuführen, werden von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein als Trägerin des Projekts mit unserer Unterstützung landwirtschaftliche Flächen aufgekauft und deren Nutzung extensiviert (Verringerung / Einstellung der Beweidung, Verzicht auf Düngung). Gräben werden aufgestaut und flache Senken angelegt. Dadurch wird die stoffliche Umsetzung des Oberflächenwassers erhöht und die Nährstoffzufuhr in die Vorfluter und die Nordsee reduziert. Die entstehenden Kleingewässer sollen später einen Anteil von 10-30 % der Gesamtfläche ausmachen. [zurück]