Abstract

Angesichts der absehbaren Knappheit der Kiesvorkommen in Norddeutschland sowie der allgemein begrenzten Verfügbarkeit des Rohstoffes im Bundesgebiet bei zugleich hoher Nachfrage der Bauindustrie setzt sich die OAM-DEME seit Jahren verstärkt für die Sicherung seeseitiger Kies- und Sandvorkommen ein. Wir betrachten die Seekiesgewinnung als wichtige Ergänzung bzw. Alternative und langfristig auch als Ersatz zum landseitigen Kies- und Sandabbau. Transportwege werden verringert und das Transportvolumen umweltfreundlich von der Straße auf Seewege verlagert.

Wie die landseitige Gewinnung von mineralischen Rohstoffen ist auch der Abbau von Kies und Sand im Meer immer ein Eingriff in Natur und Landschaft. Dies wird nicht von uns bestritten. Entscheidend ist jedoch, ob dieser Eingriff einerseits einen erheblichen und andererseits einen nachhaltigen, das heißt dauerhaften negativen Einfluss auf die Flora und Fauna bzw. den Naturhaushalt hat. Die zahlreichen, unsere Genehmigungsverfahren begleitenden Untersuchungen (UVS, Monitoring etc.) belegen, dass dies nicht der Fall ist.

Besonders möchten wir in diesem Zusammenhang herausstellen,

  • dass der Laderaumsaugbagger "Charlemagne" in Abstimmung mit den Verbänden und TÖB mit besonderen Zusatzeinrichtungen ausgestattet worden ist, die u. a. der Rückführung des Spülwassers unterhalb des Schiffes dienen, um die Ausbreitung der aufgrund der Lagerstättenbedingungen ohnehin sehr geringen Trübungsfahne weiter einzuschränken.
  • dass der Saugkopf des Laderaumsaugbaggers mit einem Rost ausgerüstet ist, das den Durchgang von Steinen und Blöcken > 120 mm verhindert.
  • dass als Ausgleichleistungen für unser Einwirken auf die Natur mit dem BfN und dem NABU Ausgleichszahlungen vereinbart worden sind, die in vollem Umfang an den Naturschutzbund Schleswig-Holstein gehen und zum Erwerb und Ausbau der Eiderstedter Salzwiesen dienen. Pro Kubikmeter Kies/Sand zahlen wir 0,10 €, das entspricht 3 % des Tonnenpreises für Rohkies.
  • dass mit den Fischereiverbänden ebenfalls eine Vereinbarung für Ausgleichszahlungen getroffen worden ist.
  • dass die Umweltverträglichkeitsstudien innerhalb der jeweiligen Genehmigungsverfahren FFH-Verträglichkeitsuntersuchungen eingeschlossen haben.

Zudem zieht die Kiesgewinnung im Meer, die Aufbereitung und der Transport zum Verbraucher im Vergleich zu landseitigen Produktionsabläufen wesentlich geringere Emissionen nach sich. Das ist in Zeiten des immer dringlicher werdenden Klimaschutzes ein wesentlicher Aspekt. [zurück]